Was nutzen die Nachfolgebörsen im Unternehmensverkauf?

Inzwischen hat sich das Internet im Bereich von Kaufen und Verkaufen weltweit als Plattform durchgesetzt. Aber gilt das auch für Unternehmerrinnen und Unternehmer, die Ihr Unternehmen verkaufen wollen? Nachfolgebörsen haben sich mehr und mehr zu festen Größen bei der Suche nach dem richtigen Käufer für das eigene Unternehmen etabliert. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir die Möglichkeiten , aber auch die Risiken, die jeder Unternehmer bedenken muss, bevor er diesen Weg auf der Suche nach einem Käufer wählt.

Kann ich mein Unternehmen über das Internet verkaufen?

Wenn man als Unternehmer möglichst viele Kaufinteressenten für das eigene Unternehmen erreichen möchte und dabei die Kosten sehr gering halten möchte, bietet sich die Einschaltung einer der vielen vorhandenen Internet-Plattformen geradezu an. Dies gilt insbesondere dann, wenn dass Unternehmen einen Jahresumsatz von unter einer Million Euro hat, wir also eher über kleine Unternehmen sprechen. Wichtig ist zu erkennen, dass die verschiedenen Internet-Börsen auch unterschiedliche Stärken und Schwächen aufweisen. Es gibt zum Beispiel Internet-Börsen , die sich eher für Käufer, andere für Verkäufer von Unternehmen eignen.

Bei vielen Nachfolgebörsen ist man als Inserent auf sich allein gestellt. Man muss sich also selbst das Rüstzeug für eine ansprechende Anzeige aneignen. Eine erfolgversprechende Anzeige sollte aber immer auch die Vertraulichkeit Ihres Verkaufsvorhabens wahren. Verraten Sie also nicht zu viel. Die Mindestangaben betreffen aus meiner Sicht die Branche, die Anzahl der Mitarbeiter, den Jahresumsatz des Unternehmens und den Markt, in dem Sie sich bewegen, also ob Sie im B2B-Geschäft oder im B2C-Geschäft tätig sind. Ebenfalls ist es wichtig, bei Schaltung des Inserates die nötigen Unterlagen für die weitere Kontaktaufnahme mit potentiellen Kaufinteressenten zur Verfügung zu haben. Diese sind ein aussagefähiges Kurzexposee und die wirtschaftlichen Kennzahlen der vergangenen 3 Jahre.

Eine Ausnahme bildet die Unternehmensbörse Nexxt-change, die beispielsweise vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt wird. Die Nexxt-change Unternehmensbörse arbeitet bundesweit mit über 800 Regionalpartnern zusammen. Der für Sie zuständige Regionalpartner bietet Unterstützung bei der Formulierung ihrer Anzeige.
Der glasklare Vorteil für Sie als Unternehmensverkäufer ist also die kostenlose professionelle Unterstützung. Dies macht die Nexxt-Change Unternehmensbörse äußerst interessant. In der nun folgenden Auflistung, die keine Garantie für die Vollständigkeit oder das aktuelle angebotene Preisgefüge geben kann, erhalten Sie einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten, einen Kaufinteressenten über das Internet zu finden.

www.nexxt-change.org
Die Nexxt-Change-Unternehmensbörse ist das Portal der KFW-Bank und wird in der Regel sehr stark frequentiert. Es entstehen keine Kosten für die Verkaufsinserate.

www.unternehmen-sucht-unternehmer.de
Standardeintrag kostenlos möglich.

www.dub.de
Die deutsche Unternehmensbörse wird von der Handelsblattgruppe betrieben. Es entstehen monatliche Kosten ab 49,- Euro.

www.unternehmensmarkt.de
Einmalige Kosten von derzeit 119,- Euro.

www.biz-trade.de
Standardeintrag kostenlos möglich.

www.kauf-verkauf24.de
Standardeintrag für drei Monate zu 49,99 Euro.

Die Auflistung verzichtet auf Portale, die von Beratungsunternehmen zur Verfügung gestellt werden. Diese habe ich hier bewusst nicht aufgenommen, sondern es sind nur Portale benannt, die frei zugänglich und schon einige Zeit am Markt sind. Eine anonyme Präsentation, eine unbegrenzte Reichweite und günstige (teilweise kostenlose) Inserate sind die wesentlichen Vorteile der Kaufinteressentensuche über das Internet. Der Nachteil dieser Portale ist jedoch, dass hier ausschließlich Käufer angesprochen werden, die aktuell auf der Suche nach einem Unternehmen sind.

Als Verkäufer des eigenen Unternehmens sollten Sie aber unbedingt darauf achten, sich von jedem Interessenten eine Vertraulichkeitserklärung geben zu lassen, bevor Sie Ihre Anonymität aufgeben und Details Ihres Unternehmens offenlegen. Achten Sie also immer darauf, dass Interna Ihres Unternehmens nicht bei den direkten Wettbewerbern landen. Ebenso empfinde ich es als völlig normal, dass ein Kaufinteressent im Rahmen der weiteren Verhandlungen seine Hausbank preisgibt und eine Anfrage Ihrerseits dort genehmigt.

Bedenken Sie ebenso, dass gerade auf den kostenlosen Portalen viele „Blender“ unterwegs sind. Nicht immer kann man auf die Seriosität und die Verlässlichkeit der angegebene Informationen vertrauen. Die gegeben Anonymität des Internets lockt auch im Bereich des Unternehmensverkaufs Betrüger und Geschäftemacher an, mit denen man im Zweifelsfall besser keinen Kontakt pflegen sollte…

Für die Betreiber der Internetportale ist es fast unmöglich, unseriöse Kaufgesuche heraus zu filtern. Ganz besonders vorsichtig sollten Sie werden, wenn der Interessent schnell und ohne Besichtigung oder Prüfung kaufen möchte, der Preis nicht verhandelt wird und Devisengeschäfte vorgeschlagen werden oder die Abwicklung des Verkaufs im Ausland vorgenommen werden soll. Brechen Sie bei solchen Vorschlägen sofort die Verhandlungen ab.